Wo sind die Freunde?

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Seit Tagen lese ich Beiträge zum Thema Freundschaft ab 30. Anscheinend bin ich nicht die einzige der auffällt dass die Anzahl der Freunde, Bekanntschaften über die Jahre drastisch gesunken ist denn anscheinend geht es vielen so. Nach langem Grübeln kam ich aber zu dem Entschluss dass es nicht das Alter ist sondern die Lebensführung.

Gehen wir mal davon aus dass die meisten 30er und aufwärts in einer festen Beziehung sind vielleicht mit Kind, oder mit Hund, oder vielleicht mit Kind und Hund. Unser ganzes Dasein dreht sich hauptsächlich nur mehr um Arbeit und Familie.

Ich habe mich selber dabei erwischt dass ich zeitlich zu Hause sein wollte da ja auch meine zweite Hälfte irgendwann in die Familienhöhle einkehrt. Gut, angekommen, Kaffee getrunken, Small Talk geführt und dann. Ja und dann? Ausgeredet. Man verbringt den Abend zu zweit oder zu dritt und wartet bis es zeit fürs Bett wird.

Und so geht es fast jeden Tag… Wenn man es zulässt!

Wieso nicht nach der Arbeit noch wohin? Freunde treffen, neue Leute kennen lernen?

Ich kann euch nur sagen wieso es bei mir nicht so ist. Das Wissen, meiner zweite Hälften lang und breit erklären zu müssen  wen ich da getroffen habe, wer er oder sie ist, und wieso es so gekommen ist, ist mir  einfach zu Mühsam. Zum Schluss hat man das schlechte Gewissen, weil man sich selber motiviert zum Rausgehen aber die andere Hälfte zu Hause versauern lässt.

freundepartner

Ja, nun werden einige sagen „geht doch gemeinsam wohin“. Stimmt sicherlich, doch besteht denn nur noch das WIR? Es ist zwar eine Zeit her aber da gab es auch noch ein ICH. Ich glaube es wäre falsch sein ICH umzuwandeln zu einem ständigen WIR.  Man sollte sich selber hin und wieder daran erinnern seinem ICH ein wenig Freiheit zu gönnen.

 

Und vielleicht, mit ein bisschen Glück, findet die zweite Hälfte sein ICH auch wieder.

Das ICH, in welches wir uns einst verliebt haben.

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